Montag, 20. Mai 2013

Renée Holler Schreibwerkstatt 6


Vom Plot zum Exposé


Jedes Buch hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Viele Autoren denken darüber nicht viel nach, sondern setzen sich an den Computer und schreiben einfach los. Sie haben eine Idee im Kopf, zunächst jedoch keine Ahnung wohin diese sie führen wird. Andere sind Plotter. Die wollen vor dem Schreiben genau wissen, was wann geschieht und wie die Handlung zusammenhängt. Beide Methoden können zu guten Büchern führen. 

Ich gehöre zu den Plottern. Schon während meiner Recherchen zu 'Das Geheimnis des goldenen Salamanders' hatte ich ständig ein Notizbuch zur Hand in dem ich alle Einfälle zur Handlung aufnotierte. Das Ausdenken des Plots ist jedoch mehr als nur Ideen zu sammeln. Es ist ein eigener Arbeitsschritt, der oft lange dauert. Da muss ich nicht nur im voraus entscheiden mit welchen Konflikten meine Hauptfiguren konfrontiert werden, sondern auch wie alle Handlungsstränge verlaufen und miteinander verflochten werden.

Auch der Spannungsbogen fällt in diese Arbeitsphase. Vor allem in Krimis und Abenteuerbüchern ist es wichtig, Nervenkitzel einzubauen. Dazu stelle ich mir die Handlung in einer Linie vor. Dort wo es spannend wird steigt die Linie steil an und wenn ich meinen Charakteren eine Verschnaufpause gönne, flaut sie ab.

Gleichzeitig beschreibe ich in kurzen Sätzen was in den einzelnen Kapiteln geschehen soll und was die Grundidee des Buches ist. Zusammen mit den Charakterstudien entsteht daraus das Exposé. Wenn alles stimmig ist lege ich dies meiner Agentin oder dem Verlag vor. Für mich selbst stellt es eine Art Plan dar, dem ich später, beim Schreiben des Textes, folgen kann. Das ist eine große Hilfe, auch wenn ich mich nicht immer strikt an diesen Handlungsaufriss halte. Platz für neue Ideen ist immer da.



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